Gounod, Symphonie Nr. 1

Charles Gounod (1818-1893)1. Symphonie in D-Dur 1. Allegro molto 2. Allegretto. Moderato 3. Scherzo. Non troppo presto 4. Finale. Adagio – Allegro vivace Charles Gounods 1854 entstandene 1. Symphonie in D-Dur ist ein Werk fernab von Wagnerianischem Pathos, das den galanten Stil der französischen Musik pflegt. Sie ist ein charmanter, unterschätzter Beitrag zum symphonischen Repertoire des 19. Jahrhunderts. Der erste Satz fließt mit bezaubernder Anmut und Eleganz dahin. Er ist in Sonatensatzform gehalten und zeigt Gounods spezielles Talent für Melodien, die erfindungsreich entwickelt werden. Der zweite Satz kann mit seinem Thema in Moll einerseits als lyrisch mit verschmitztem Humor, aber auch als trauermarschähnlich im Stile Mendelssohns interpretiert werden. Durch ein Fugato entsteht ein wirkungsvoller Kontrast. Gounods Vorliebe für klare Formen und seine feinsinnige Instrumentation offenbaren sich vor allem im anschließenden Scherzo mit Trio in der Tradition Joseph Haydns. Das Finale, welches mit einer Einleitung in langsamem Tempo beginnt, sprüht wiederum vor Energie und unermüdlicher Lebensfreude.  Quellen:https://www.deutschlandfunk.de/charles-gounod-die-2-sinfonien-100.htmlhttps://symetrie.com/en/titles/gounod-symphonie-1https://www.theportobelloorchestra.co.uk Frühjahrskonzert Kath. Kirche Burgthann, 21.3.2026 Zum Konzert Edit Template Anna Etsuko Tsuri Dirigentin Zum Steckbrief Edit Template

Tschaikowsky, „Rokoko-Variationen”

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky„Rokoko-Variationen” op. 33 Moderato assai quasi Andante Thema: Moderato semplice Var. I: Tempo del tema Var. II: Tempo del tema Var. III: Andante sostenuto Var. IV: Andante grazioso Var. V: Allegro moderato Var. VII e Coda: Allegro vivo Es scheint, als blicke Tschaikowsky (1840-1893) in den „Rokoko-Variationen” zurück in eine längst versunkene Welt – in eine Welt, die er offenbar als heil und unbeschwert empfunden hat. Damit ist aber nicht die höfische Rokoko-Welt mit Perücke, Puder und Tanz gemeint, sondern die Klangwelt des 18. Jahrhunderts, und zwar vor allem die von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Musik dieses „sonnigen Genies” rühre ihn „zu Tränen”, schrieb Tschaikowsky einmal. Freilich, das Thema der „Rokoko-Variationen” stammt nicht aus Mozarts Feder, es ist vielmehr eine stilistische Hommage. Zwar pragen das Stück die für Tschaikowsky typischen Klangfarben, etwa die elegisch-melancholischen Holzbläser und die dunkel grundierten Streicher-Virtuositäten für das Solo-Violoncello. Die „Rokoko-Variationen” op. 33 zählen neben dem Violinkonzert und dem ersten Klavierkonzert zu seinen populärsten konzertanten Werken.  Quellen:br klassik Das starke Stück „Tschaikowsky – Rokoko-Variationen”WDR 3 Werkbetrachtung: Peter Tschaikowskys „Rokoko-Variationen” Frühjahrskonzert Katharinensaal Nürnberg, 9.3.2024 Zum Konzert Edit Template

Arriaga, „Sinfonía a gran orquesta”

Juan Crisóstomo de Arriaga (1806-1826) „Sinfonía a gran orquesta” 1. Vivace ma non troppo – lebhaft 2. Andante con moto – nicht schnell        und sehr gesangvoll zu spielen 3. Un poco maestoso – im Volkston 4. Andantino – nicht schnell 5. Vivace – lebhaft 6. Molto moderato – reuig, andächtig Als der „baskische Mozart” wird Juan Crisóstomo de Arriaga (1806-1826) bisweilen auch bezeichnet. Früh begann er Geige zu spielen und zu komponieren, wurde Student des Pariser Konservatoriums, später Assistent seines Professors und Komponist einer Sinfonie, die auf der Höhe ihrer Zeit steht. Seine „Sinfonía a gran orquesta” wird meistens als Sinfonie in D-Dur betitelt, obwohl der Allegro-Hauptteil des ersten Satzes und der überwiegende Teil des Finales in Moll stehen. Die Einleitung zum ersten Satz folgt den Vorbildern Joseph Haydns und Wolfgang Amadeus Mozarts und dokumentiert dabei Arriagas Freude an harmonischen Finessen und besonderen Klangfarben. Frühromantischen Geist im Stile Franz Schuberts verströmt das Allegro mit einem energischen Mollthema und rhythmischen sowie dynamischen Kontrasten. Dagegen sind die beiden mittleren Sätze eher wieder an der Wiener Klassik orientiert, wobei das Andante mit schönen Bläserpartien und das Menuett mit einem synkopischen Thema überzeugt. Im Finale der Sinfonie herrscht eine Art „elegantes Pathos” oder „pathetische Eleganz”. Tatsächlich steckt in dieser Sinfonie vieles, was dem jungen Komponisten größte Karrierehoffnungen hätte machen können. Doch Arriaga starb bereits kurz vor seinem 20. Geburtstag. Quelle: 2021-12-2 Programmheft.indd (stuttgarter-philharmoniker.de) Frühjahrskonzert Katharinensaal Nürnberg, 9.3.2024 Zum Konzert Edit Template

Beethoven, „Egmont”-Ouvertüre

Ludwig van Beethoven (1770-1827)„Egmont”-Ouvertüre op. 84 Sostenuto, ma non troppo Allegro Allegro con brio Komponiert hat Beethoven (1770-1827) die Schauspielmusik für eine Neuinszenierung von Goethes Trauerspiel „Egmont“ im Auftrag des k.u.k. Hoftheaterdirektors Joseph Hartl in Wien. Gegenstand des Dramas ist der Befreiungskampf der Nederlande im 16. Jahrhundert, die unter dem Joch der spanischen Fremherrschaft zu leiden hatten. Im Mittelpunkt der Dramenhandlung steht der Konflikt zwischen dem flandrischen Grafen Egmont und Herzog Alba, dem skrupellosen Repräsentanten der spanischen Fremdherrschaft. Den Einsatz für die Unabhängigkeit seines Volkes muss Egmont am Ende mit dem Tod bezahlen. Mit der Ouvertüre zeichnet der Komponist in gewisser Weise ein Charakterbild des flandrischen Helden. In der langsamen Einleitung wird dessen schier aussichtsloser Kampf gegen die Unterdrücker durch ein erschütterndes Thema angezeigt, das – zumal in der düsteren Trauertonart f-moll – wie ein Trauermarsch der Unterdrückten anmutet. Hieraus entwickelt sich das Allegro-Hauptthema, aber nunmehr eingebunden in eine leidenschaftlich und unruhig vorantreibende symphonische Auseinandersetzung, bis die Musik plötzlich innehält. „Der Tod Egmonts könnte durch eine Pause angedeutet werden“, „, schrieb Beethoven in seinen Skizzen zum Werk. An diesen Bruch anknüpfend, nimmt der Schluss der Ouvertüre bereits die Siegessymphonie vorweg, die Egmont am Ende des Dramas zum Schafott begleitet. Quellen:wdr Werkeinführungen (Michael Struck-Schloen)Tonkuenstler.at/de/contents/opus/musik-zu-goethes-trauerspiel-egmont-op-84 Frühjahrskonzert Katharinensaal Nürnberg, 9.3.2024 Zum Konzert Edit Template

Schumann, „Bilder aus Osten”

Robert Schumann (1810-1856) „Bilder aus Osten” op. 66 1. Vivace ma non troppo – lebhaft 2. Andante con moto – nicht schnell        und sehr gesangvoll zu spielen 3. Un poco maestoso – im Volkston 4. Andantino – nicht schnell 5. Vivace – lebhaft 6. Molto moderato – reuig, andächtig Robert Schumann (1810-1856) war fasziniert vom Orient. Nachdem er bereits mehrere Gedichte aus dem „West-östlichen Divan” von Goethe vertont hatte, fiel ihm ein Buch des mittelalterlichen Dichters und Sprachgelehrten Abu Muhammad al-Qasim Ibn Ali al-Hariri in einer Übersetzung von Friedrich Rückert in die Hände, welches ihn zu dem sechsteiligen Klavier-Zyklus „Bilder aus Osten” op. 66 zu vier Händen inspirierte. Ali a-Hariri reiht volkstümliche Geschichten ohne fortlaufende Handlung in sogenannten Makamen aneinander, einer Gattung gereimter Prosa. Orientalische Musik, die arabische Skalen aufgreift, sucht der Zuhörer allerdings vergebens, denn anstatt von Tonmalerei und Tonsymbolik durchzogener Programm-Musik handelt es sich vielmehr um Stimmungsbilder voller Poesie und Innigkeit. Die Orchesterfassung stammt vom damaligen Gewandhauskapellmeister Carl Reinecke (1824-1910), der mit Robert Schumann befreundet war. An den Jahreswechsel 1848/49 erinnerte sich Reinecke wie folgt: „Acht Tage später kam Schumann nach Leipzig, und dort war es mir vergönnt, mit ihm seine vierhändigen «Bilder aus Osten» aus dem Manuskript zu spielen. […] Als wir geendet hatten, meinte er: «Die Stücke müssten Sie einmal instrumentieren!»”. 1874 fand schließlich unter Reineckes Leitung die Uraufführung mit Orchester statt. Quellen:Vorwort zur Partitur von Wolfgang JacobWDR 3 Werkbetrachtung: Robert Schumanns „Bilder aus Osten” Frühjahrskonzert Katharinensaal Nürnberg, 9.3.2024 Zum Konzert Edit Template

Schubert, „Tragische” Sinfonie

Franz Schubert (1797-1828)„Tragische” Sinfonie Nr. 4 in c-Moll 1. Adagio molto – Allegro vivace 2. Andante 3. Menuetto: Allegro vivace 4. Allegro Die 4. Sinfonie c-moll „Tragische” D 417 komponierte der 19-jährige Franz Schubert 1816 in Wien, am Ende der Partitur steht auch der originale Zusatz „tragisch”, der dann zum gewohnten Beinamen der ganzen Sinfonie wurde. Sie ist seine erste Sinfonie in einer Molltonart. Durch Beethoven – vor allem dessen Fünfte Sinfonie – war gerade die Tonart c-Moll zur „tragischen Tonart” geworden. Das Tragische in Schuberts Vierter ist jedoch mehr Gestus als Wirklichkeit. Über weite Strecken handelt es sich um ein durchaus optimistisches, blühendes, energisches Werk. Mit einer für Schubert bis dato ungewöhnlich langen Einleitung im Adagio molto beginnt der erste Satz. Ist dies der Versuch, Tragik auszustellen? Wie auch immer – Schubert gelingt es, dem musikalischen Material Gewicht zu verleihen, so dass der strahlende Satzschluss wie eine freundliche Erlösung erscheint. Es folgt ein Andante, das ein zartes, lyrisches Thema im 2/4-Takt bereithält. Das bewegte Menuett lebt von der Eigenart seines chromatisch getönten und gegen den Takt phrasierten Themas; sein Trio ist quasi ein Bläserländler. Mit feurigem Allegro schließt die Symphonie; hier sind Vergleiche mit Beethoven angebracht. Denn Schubert versucht sich ähnlich wie der Bonner in manchen seiner Werke an einem „Vom Dunkel zum Licht” – aus c-Moll wird hier ein heiteres C-Dur. Quellen:Reclams Konzertführer, Stuttgart 1998Kammerakademie Potsdam, Booklet zur CD Franz Schubert Sinfonie 4 „Tragische“ & Sinfonie 2 – KAP“ Sony ClassicalProgrammvorschau zum 8. Symphoniekonzert der Symphoniker Hamburg 05/2025 Herbstkonzert 2024 St. Magdalena Herzogenaurach, 17.11.2024 Zum Konzert Edit Template Jahresabschluss 2024 Reitstadel Neumarkt, 28.12.2024 Zum Konzert Edit Template

Mozart, Ouvertüre zu „Così fan tutte”

Wolfgang Amadeus MozartOvertüre zu „Così fan tutte” (KV 588) C-Dur Das Stück sei albern und unmoralisch, die Musik aber himmlisch: seit ihrer mäßig erfolgreichen Wiener Uraufführung 1790 ist Wolfgang Amadeus Mozarts dritte da-Ponte-Oper „Così fan tutte” ein Fall für sich. Unter dem Verwechslungsspiel um Liebestreue und Verrat verbirgt sich jedenfalls ein Abgrund der Gefühle. „So machen sie’s alle”: Così fan tutte, wohlgemerkt: Cosi fan tutte, nicht tutti – „so machen sie’s alle” die Frauen. Und die Männer? Die Männer stellen die Treue ihrer Frauen auf die Probe: Angeblich ziehen sie in den Krieg, um dann als „Albaner” verkleidet zurückzukehren und incognito dem jeweils anderen Mädchen den Hof zu machen. Anders als zuvor „Le nozze di Figaro” und „Don Giovanni” war „Cosi fan tutte” ein Libretto da Pontes ohne literarische Vorlage und wurde von Anfang an ebenso heftig geschmäht, wie die Musik gerühmt wurde. Kurz vor dem Beginn der Komposition hatte Mozart seine drei letzten großen Symphonien vollendet. So überrascht es nicht, dass die rasante Ouvertüre zu den absoluten Glanzpunkten gehört. Wie bei allen späteren Opern Mozarts ist die Orchesterbehandlung virtuos, besonders die Bläser werden ungemein vielfältig eingesetzt und erzeugen großartige Farben. Quellen:www.opera-inside.comwww.deutschlandfunk.dewww.symphonikerhamburg.de/werke-archiv   Herbstkonzert 2024 St. Magdalena Herzogenaurach, 17.11.2024 Zum Konzert Edit Template Jahresabschluss 2024 Reitstadel Neumarkt, 28.12.2024 Zum Konzert Edit Template

Mendelssohn, „Die Hebriden”

Felix Mendelssohn BartholdyOuvertüre „Die Hebriden” op. 26 ♪ auch „Die Fingalshöhle”♪ einsätziges Werk in h-Moll♪ Andante con moto / Allegro moderato Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) begründete mit „Die Hebriden” den Typus der programmatischen Konzertouvertüre, welche als eigenständiges Werk keine hinführende Funktion zu einer Oper oder einer Schauspielmusik mehr erfüllt. Auf seiner ersten großen Bildungsreise besuchte er die gleichnamige, nordwestlich von Schottland liegende Inselgruppe mit ihrer sagenumwobenen Fingalshöhle. Bei der Überfahrt litt der arme Mendelssohn zwar unter „grasslicher Seekrankheit”, „wurde jedoch vom spektakulären Anblick hoher eckiger Basaltsäulen, die den Eingang zur windumtosten Meeresgrotte säumen, entschädigt.” Vom Naturschauspiel ergriffen, skizzierte der junge Komponist noch am selben Tag die Anfangstakte und schickte sie in einem Brief an die daheimgebliebene Familie, „um zu verdeutlichen, wie seltsam mir auf den Hebriden zu Muthe geworden ist.” Nach Hause zurückgekehrt, entwickelte Mendelssohn aus diesen 21 Takten ein atmosphärisches Porträt von Wasser, Meer und Wind, welches selbst vom Mendelssohn-Kritiker Richard Wagner begeistert aufgenommen wurde: „Da ist Alles wundervoll geistig geschaut, fein empfunden und mit grösster Kunst wiedergegeben. Die Stelle, wo die Oboen allein durch die anderen Instrumente hindurch klagend wie der Wind über die Wellen des Meeres zur Höhe steigen, ist von ausserordentlicher Schönheit.” Quellen:„Die Hebriden“ von Giselher Schubert„Felix Mendelssohn Bartholdy – Die Hebriden op. 26″ von Tilla Clüsserath Jahresabschluss 2024 Reitstadel Neumarkt, 28.12.2024 Zum Konzert Edit Template https://youtu.be/1I5ANoKB4aM

Strawinsky, Pulcinella Suite

Igor StrawinskyPulcinella Suite 1. Sinfonia2. Serenata3. Scherzino – Allegretto – Andantino4. Tarantella5. Toccata6. Gavotta con due variazioni7. Vivo8. Minuetto – Finale Das stilistische Chamäleon Igor Strawinsky erfand sich immer wieder neu. Nach der Opulenz des „Feuervogels” und dem Schock des „Sacre du printemps” vollzog er eine Wende und grub in der vergessenen „Alten Musik”. Sein daraus hervorgegangenes Ballett „Pulcinella“ entzückte im Mai 1920 das Pariser Publikum. Mit den typischen Verwechslungen und Intrigen der Commedia dell arte purzelt der gewitzte Harlekin Pulcinella durch die Handlung. Eifersüchtige Rivalen trachten ihm nach dem Leben, doch Pulcinella schickt sein Double in den Kampf. Den vermeintlich Toten erweckt er in der Verkleidung als Zauberer wieder zum Leben und heiratet schließlich seine Geliebte Pimpinella. Das Bühnenbild und die Kostüme stammten von Pablo Picasso. Mit ihm zusammen auf Reisen hatte Strawinsky die Tradition des süditalienischen Volkstheaters kennengelernt. Deren maskentragende Figuren waren vom 17. bis zum 19. Jahrhundert in ganz Europa populär. Als musikalische Grundlage dienten Kompositionen, die man Giovanni Battista Pergolesi zuschrieb. Strawinsky arrangierte nicht einfach die Vorlage neu, sondern entwickelte ihre Themen und Motive weiter, zerriss die gleichmäßigen Perioden, schärfte und modernisierte ihren Zuschnitt. Er zog der Musik mit seinen eigenen Rhythmen und Harmonien ein neues Gewand an und prägte so die neoklassizistische Strömung in der Musikgeschichte. Im Konzertsaal ist meist die Suite von 1922 zu hören, die das Werk auf acht Sätze beschränkt. Überraschend klein wählte Strawinsky die Orchesterbesetzung von nur 18 Musikern: zwei Streichquintette als Solo und Tutti plus Holz- und Blechbläser ohne Klarinetten und Schlagzeug. Impresario Sergej Diaghilew war von dieser Art der Bearbeitung erst ganz und gar nicht angetan. So berichtete der Komponist: „Meine Musik schockierte ihn so, dass er lange Zeit mit einem Gesicht umherging, das «Das beleidigte 18. Jahrhundert» auszudrücken schien.“ Doch von der Uraufführung bis heute hat das Stück nichts von seiner Wirksamkeit als eine der stärksten Strawinsky-Partituren neben dem „Sacre” eingebüßt. Quellen:Werkeinführung von Kerstin Schüssler-BachHarenberg Konzertführer Herbstkonzert 2025 Burgthann/Erlangen-Bruck, 25./26.10.2025 Zum Konzert Edit Template Étienne Lemieux-Després Dirigent Zum Steckbrief Edit Template

Prokofjew, Symphonie Classique

Sergej Prokofjew„Symphonie Classique” op. 25 1. Allegro con brio2. Larghetto3. Gavotte4. Molto vivace Sergej Prokofjews „Symphonie Classique” könnte auch Joseph Haydn geschrieben haben, doch nur auf den ersten Blick. Sie beginnt mit einem typischen Orchesterschlag, dann aber missachtet Prokofjew lustvoll die Gepflogenheiten: ein zartes, graziöses Thema artet in heilloses Durcheinander aus, Metren überlagern sich, in zwei Takten geht es schon mal durch drei verschiedene Tonarten. Immer wenn sich der Hörer auf sicherem Terrain fühlt, wird er auf liebenswürdige Weise aufs Glatteis geführt. Im letzten Satz stellt der Komponist sogar die Regel auf, keine Mollakkorde verwenden zu dürfen. In Klang und Form unterscheidet sich die Komposition stark von anderen Werken aus seiner Feder: kein gigantisches spätromantisches Orchester, keine Aufführungsdauer einer knappen Stunde, sondern es genügen ein klassisches Orchester und bescheidene fünfzehn Minuten. Mitten im Ersten Weltkrieg entsteht das Werk „aus Übermut“, sagt Prokofjew, „und um die Philister zu ärgern”. Quellen:br-klassikWDR 3 Werkbetrachtung Herbstkonzert 2025 Burgthann/Erlangen-Bruck, 25./26.10.2025 Zum Konzert Edit Template Étienne Lemieux-Després Dirigent Zum Steckbrief Edit Template

Albrecht Dürer Symphoniker e.V.