Richard Wagner (1813-1883)
Siegfried-Idyll (WWV 103)
Ruhig bewegt
Leicht bewegt
Lebhaft
Das „Siegfried-Idyll” komponierte Richard Wagner als kammerorchestrales Ständchen zum 33. Geburtstag seiner Frau Cosima, das die Grundlage für die heute geläufige Orchesterversion darstellt.
Der Titel der Urfassung, „Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang”, gibt in gewisser Weise Aufschluss über die Lebenssituation des erst seit 1870 verheirateten Paars, das mittlerweile drei gemeinsame Kinder hatte. Fidi, so der Kosename des 1869 geborenen Sohns Siegfried, trug zu Wagners Lebensglück, für das er seiner Frau mit dem Musikstück dankte, ebenso bei wie das Leben im Haus Tribschen, gelegen vor den Toren Luzerns auf einer Landzunge im Vierwaldstätter See, im Übrigen finanziert vom Bayerischen König Ludwig Il., der den Mietzins übernahm.
Das einsätzige Werk entstand 1870 innerhalb von vier Wochen nach Motiven aus dem dritten Teil der Ring-Tetralogie mit dem Titel „Siegfried”, woran Wagner zur selben Zeit arbeitete. Vier Motive aus der Oper scheinen im „Siegfried-Idyll” auf: die sogenannte „Friedensmelodie” (Ewig war ich, ewig bin ich), das Weltenhort-Motiv (O Siegfried, herrlicher Hort der Welt), das Thema des Liebesentschlusses (Du bist mir ewig) sowie eine Begleitfigur aus Siegfrieds Liebeslied. Zu diesem Themenmaterial tritt als Volkslied-Zitat eine Melodievariante von Schlaf, Kindchen, schlaf auf.
Zur Veröffentlichung der symphonischen Dichtung kam es erst 1878. Überliefert ist die in einem Brief an Wagner hymnisch geäußerte Begeisterung von Franz Liszt, des Vaters der mit dem Geburtstagsständchen Geehrten: „Abermal‚ ein Wunder! ein Wunder!, liebster Richard. Dein Siegfried-Idyll ist die herzinnigste, idealste, bezauberndste Verherrlichung des Familien-Kultus. In dieser tausendblättrigen Blume, welch Duft, Farbe, Entzücken, Pracht, Reiz, holdselige Frommheit und wonnige Kunst!”
Quellen:
www.kammermusikfuehrer.de
www1.wdr.de
de.wikipedia.org