Sergej Prokofjew
„Symphonie Classique” op. 25
1. Allegro con brio
2. Larghetto
3. Gavotte
4. Molto vivace
Sergej Prokofjews „Symphonie Classique” könnte auch Joseph Haydn geschrieben haben, doch nur auf den ersten Blick. Sie beginnt mit einem typischen Orchesterschlag, dann aber missachtet Prokofjew lustvoll die Gepflogenheiten: ein zartes, graziöses Thema artet in heilloses Durcheinander aus, Metren überlagern sich, in zwei Takten geht es schon mal durch drei verschiedene Tonarten. Immer wenn sich der Hörer auf sicherem Terrain fühlt, wird er auf liebenswürdige Weise aufs Glatteis geführt. Im letzten Satz stellt der Komponist sogar die Regel auf, keine Mollakkorde verwenden zu dürfen.
In Klang und Form unterscheidet sich die Komposition stark von anderen Werken aus seiner Feder: kein gigantisches spätromantisches Orchester, keine Aufführungsdauer einer knappen Stunde, sondern es genügen ein klassisches Orchester und bescheidene fünfzehn Minuten.
Mitten im Ersten Weltkrieg entsteht das Werk „aus Übermut“, sagt Prokofjew, „und um die Philister zu ärgern”.
Quellen:
br-klassik
WDR 3 Werkbetrachtung