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Igor Strawinsky
Pulcinella Suite

1. Sinfonia
2. Serenata
3. Scherzino – Allegretto – Andantino
4. Tarantella
5. Toccata
6. Gavotta con due variazioni
7. Vivo
8. Minuetto – Finale

Das stilistische Chamäleon Igor Strawinsky erfand sich immer wieder neu. Nach der Opulenz des „Feuervogels” und dem Schock des „Sacre du printemps” vollzog er eine Wende und grub in der vergessenen „Alten Musik”. Sein daraus hervorgegangenes Ballett „Pulcinella“ entzückte im Mai 1920 das Pariser Publikum.

Mit den typischen Verwechslungen und Intrigen der Commedia dell arte purzelt der gewitzte Harlekin Pulcinella durch die Handlung. Eifersüchtige Rivalen trachten ihm nach dem Leben, doch Pulcinella schickt sein Double in den Kampf. Den vermeintlich Toten erweckt er in der Verkleidung als Zauberer wieder zum Leben und heiratet schließlich seine Geliebte Pimpinella.

Das Bühnenbild und die Kostüme stammten von Pablo Picasso. Mit ihm zusammen auf Reisen hatte Strawinsky die Tradition des süditalienischen Volkstheaters kennengelernt. Deren maskentragende Figuren waren vom 17. bis zum 19. Jahrhundert in ganz Europa populär.

Als musikalische Grundlage dienten Kompositionen, die man Giovanni Battista Pergolesi zuschrieb. Strawinsky arrangierte nicht einfach die Vorlage neu, sondern entwickelte ihre Themen und Motive weiter, zerriss die gleichmäßigen Perioden, schärfte und modernisierte ihren Zuschnitt. Er zog der Musik mit seinen eigenen Rhythmen und Harmonien ein neues Gewand an und prägte so die neoklassizistische Strömung in der Musikgeschichte.

Im Konzertsaal ist meist die Suite von 1922 zu hören, die das Werk auf acht Sätze beschränkt. Überraschend klein wählte Strawinsky die Orchesterbesetzung von nur 18 Musikern: zwei Streichquintette als Solo und Tutti plus Holz- und Blechbläser ohne Klarinetten und Schlagzeug.

Impresario Sergej Diaghilew war von dieser Art der Bearbeitung erst ganz und gar nicht angetan. So berichtete der Komponist: „Meine Musik schockierte ihn so, dass er lange Zeit mit einem Gesicht umherging, das «Das beleidigte 18. Jahrhundert» auszudrücken schien.“ Doch von der Uraufführung bis heute hat das Stück nichts von seiner Wirksamkeit als eine der stärksten Strawinsky-Partituren neben dem „Sacre” eingebüßt.

Quellen:
Werkeinführung von Kerstin Schüssler-Bach
Harenberg Konzertführer

Herbstkonzert 2025

Burgthann/Erlangen-Bruck, 25./26.10.2025

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Étienne Lemieux-Després

Dirigent

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Albrecht Dürer Symphoniker e.V.