Ludwig van Beethoven (1770-1827)
„Egmont”-Ouvertüre op. 84
Sostenuto, ma non troppo
Allegro
Allegro con brio
Komponiert hat Beethoven (1770-1827) die Schauspielmusik für eine Neuinszenierung von Goethes Trauerspiel „Egmont“ im Auftrag des k.u.k. Hoftheaterdirektors Joseph Hartl in Wien.
Gegenstand des Dramas ist der Befreiungskampf der Nederlande im 16. Jahrhundert, die unter dem Joch der spanischen Fremherrschaft zu leiden hatten. Im Mittelpunkt der Dramenhandlung steht der Konflikt zwischen dem flandrischen Grafen Egmont und Herzog Alba, dem skrupellosen Repräsentanten der spanischen Fremdherrschaft. Den Einsatz für die Unabhängigkeit seines Volkes muss Egmont am Ende mit dem Tod bezahlen.
Mit der Ouvertüre zeichnet der Komponist in gewisser Weise ein Charakterbild des flandrischen Helden. In der langsamen Einleitung wird dessen schier aussichtsloser Kampf gegen die Unterdrücker durch ein erschütterndes Thema angezeigt, das – zumal in der düsteren Trauertonart f-moll – wie ein Trauermarsch der Unterdrückten anmutet.
Hieraus entwickelt sich das Allegro-Hauptthema, aber nunmehr eingebunden in eine leidenschaftlich und unruhig vorantreibende symphonische Auseinandersetzung, bis die Musik plötzlich innehält. „Der Tod Egmonts könnte durch eine Pause angedeutet werden“, „, schrieb Beethoven in seinen Skizzen zum Werk.
An diesen Bruch anknüpfend, nimmt der Schluss der Ouvertüre bereits die Siegessymphonie vorweg, die Egmont am Ende des Dramas zum Schafott begleitet.
Quellen:
wdr Werkeinführungen (Michael Struck-Schloen)
Tonkuenstler.at/de/contents/opus/musik-zu-goethes-trauerspiel-egmont-op-84