1. Symphonie (Gounod)
Charles Gounod (1818-1893)1. Symphonie in D-Dur 1. Allegro molto 2. Allegretto. Moderato 3. Scherzo. Non troppo presto 4. Finale. Adagio – Allegro vivace Charles Gounods 1854 entstandene 1. Symphonie in D-Dur ist ein Werk fernab von Wagnerianischem Pathos, das den galanten Stil der französischen Musik pflegt. Sie ist ein charmanter, unterschätzter Beitrag zum symphonischen Repertoire des 19. Jahrhunderts. Der erste Satz fließt mit bezaubernder Anmut und Eleganz dahin. Er ist in Sonatensatzform gehalten und zeigt Gounods spezielles Talent für Melodien, die erfindungsreich entwickelt werden. Der zweite Satz kann mit seinem Thema in Moll einerseits als lyrisch mit verschmitztem Humor, aber auch als trauermarschähnlich im Stile Mendelssohns interpretiert werden. Durch ein Fugato entsteht ein wirkungsvoller Kontrast. Gounods Vorliebe für klare Formen und seine feinsinnige Instrumentation offenbaren sich vor allem im anschließenden Scherzo mit Trio in der Tradition Joseph Haydns. Das Finale, welches mit einer Einleitung in langsamem Tempo beginnt, sprüht wiederum vor Energie und unermüdlicher Lebensfreude. Quellen:https://www.deutschlandfunk.de/charles-gounod-die-2-sinfonien-100.htmlhttps://symetrie.com/en/titles/gounod-symphonie-1https://www.theportobelloorchestra.co.uk
Posaunenkonzert (Rota)
Nino Rota (1911-1979)Konzert für Posaune und Orchester Grundtonart C-Dur1. Allegro giusto2. Lento, ben ritmato3. Allegro moderato Der Konzertbetrieb tut sich oft schwer mit Grenzgängern, die sich auch in Genres tummeln, die als bloße Gebrauchsmusik abgetan werden. Exemplarisch dafür steht der italienische Komponist Nino Rota. Berühmt wurde er durch seine mehr als 150 Filmmusiken, allem voran zu „Der Pate” von Francis Ford Coppola. Rota selbst verstand sich jedoch primär als klassischer Komponist, und tatsächlich hinterließ er entsprechend viel Konzertmusik. Er schuf Werke für alle traditionellen Gattungen, darunter dreizehn Solokonzerte. Mit der musikalischen Avantgarde seiner Zeit durchaus vertraut, hielt er dennoch am Gedanken fest, dass die Musik letztlich für Zuhörer gedacht sei und daher auch verständlich sein müsse. Dies gilt auch für sein Konzert für Posaune und Orchester aus dem Jahre 1966. Die orchestralen Mittel sind hierbei auf Streicher, sechs Holzbläser und zwei Hörner reduziert, und die fantasiereiche thematische Verarbeitung bleibt, auch wenn sie in farbgebende Dissonanzen eingebettet ist, nachvollziehbar und transparent. Schwerpunkt dieses Werkes ist der tief- sinnige langsame Satz, der von rhythmisch markanten Ecksätzen eingerahmt wird. Im anspruchsvollen Solopart der Posaune vereint sich lyrische Kantabilität mit virtuoser Brillanz. Quelle: wdr.de Quelle: klheitmann.com Quelle: hebu-music.com
Violinkonzert #3 (Saint-Saëns)
Camille Saint-SaënsViolinkonzert Nr. 3 h-Moll, op. 61 (1880) Von den drei Violinkonzerten, die Saint-Saëns komponierte, ist das dritte wahrscheinlich das populärste. Es war dem spanischen Geiger Pablo de Sarasate gewidmet. Die orchestrale Einleitung des ersten Satzes verschleiert mit Streichertremoli im pianissimo zunächst Takt und Metrum, bis sie von der Präsentation des Hauptthemas durch die Solovioline überstrahlt wird. Die Tonalität des zweiten Satzes, einen Halbton unter der Tonart des ersten Satzes und in kontrastierendem Tongeschlecht (B-Dur) gesetzt, ist sehr speziell. Geschrieben im 6/8-Takt verbindet dieser Satz den Charakter einer molto cantabile-Melodie mit tänzerischen Rhythmen. Saint-Saëns verwendete melodisches Material, das an spanische Volksmusik erinnert, und verleiht dem Werk insbesondere im dritten Satz eine „zigeunerhafte“ Note. Möglicherweise wurde diese Auswahl inspiriert durch den Widmungsträger Sarasate selbst und/oder durch Saint-Saëns’ einmonatige Konzertreise durch Spanien im September 1880. Quellen:Harenberg KonzertführerWDR 3 Meisterstückewww.concerti.dewww.opera-online.comhttps://repertoire-explorer.musikmph.de
Barbier Overtüre (Rossini)
Gioachino RossiniOuvertüre zu „Der Barbier von Sevilla” Andante maestoso – Allegro vivace Uraufführung: 1816 in Rom Die 1816 in Rom uraufgeführte Verwechslungskomödie steht exemplarisch für die Opera buffa. Ihr Schöpfer Gioachino Rossini hatte als 18-Jähriger bereits neun Opern für das Theater in Venedig fertiggestellt, insgesamt brachte er es auf fast vierzig Werke für dieses Genre. Nach eigenen Aussagen war „Der Barbier“ der ihn mit Mitte 20 zum Weltstar machte, nach nur dreizehn Tagen fertiggestellt. Die Musik fließt in einem atemberaubenden Tempo dahin, und schon die Ouvertüre offenbart Elemente des unverwechselbaren Rossini-Stils: prägnante Rhythmen, eingängige Melodien mit volkstümlicher Harmonik und eine raffiniert ausgekostete Crescendo-Technik.
Siegfried-Idyll (Wagner)
Richard Wagner (1813-1883)Siegfried-Idyll (WWV 103) Ruhig bewegt Leicht bewegt Lebhaft Das „Siegfried-Idyll” komponierte Richard Wagner als kammerorchestrales Ständchen zum 33. Geburtstag seiner Frau Cosima, das die Grundlage für die heute geläufige Orchesterversion darstellt. Der Titel der Urfassung, „Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang”, gibt in gewisser Weise Aufschluss über die Lebenssituation des erst seit 1870 verheirateten Paars, das mittlerweile drei gemeinsame Kinder hatte. Fidi, so der Kosename des 1869 geborenen Sohns Siegfried, trug zu Wagners Lebensglück, für das er seiner Frau mit dem Musikstück dankte, ebenso bei wie das Leben im Haus Tribschen, gelegen vor den Toren Luzerns auf einer Landzunge im Vierwaldstätter See, im Übrigen finanziert vom Bayerischen König Ludwig Il., der den Mietzins übernahm. Das einsätzige Werk entstand 1870 innerhalb von vier Wochen nach Motiven aus dem dritten Teil der Ring-Tetralogie mit dem Titel „Siegfried”, woran Wagner zur selben Zeit arbeitete. Vier Motive aus der Oper scheinen im „Siegfried-Idyll” auf: die sogenannte „Friedensmelodie” (Ewig war ich, ewig bin ich), das Weltenhort-Motiv (O Siegfried, herrlicher Hort der Welt), das Thema des Liebesentschlusses (Du bist mir ewig) sowie eine Begleitfigur aus Siegfrieds Liebeslied. Zu diesem Themenmaterial tritt als Volkslied-Zitat eine Melodievariante von Schlaf, Kindchen, schlaf auf. Zur Veröffentlichung der symphonischen Dichtung kam es erst 1878. Überliefert ist die in einem Brief an Wagner hymnisch geäußerte Begeisterung von Franz Liszt, des Vaters der mit dem Geburtstagsständchen Geehrten: „Abermal‚ ein Wunder! ein Wunder!, liebster Richard. Dein Siegfried-Idyll ist die herzinnigste, idealste, bezauberndste Verherrlichung des Familien-Kultus. In dieser tausendblättrigen Blume, welch Duft, Farbe, Entzücken, Pracht, Reiz, holdselige Frommheit und wonnige Kunst!” Quellen:www.kammermusikfuehrer.dewww1.wdr.dede.wikipedia.org
Symphonie #39 (Mozart)
Wolfgang Amadeus MozartSinfonie Nr. 39 KV 543 1. Adagio – Allegro 2. Andante con moto 3. Menuetto. Allegretto 4. Finale. Allegro Die „Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543” komponierte Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) zusammen mit seinen beiden anderen letzten Sinfonien KV 550 und 551 innerhalb weniger Wochen im Sommer 1788, wobei sich die Frage nach Gemeinsamkeiten der Werke im Sinne einer „Trias” wissenschaftlich nicht überzeugend beantworten lässt. Wenngleich die 39. Sinfonie das erstdatierte der drei Werke darstellt, so erhielt sie im frühen 19. Jahrhundert den Beinamen „Schwanengesang”, womit die letzte Äußerung eines Künstlers gemeint ist. Mozart schrieb die Sinfonien in einer Krise, die durch finanzielle Not gekennzeichnet war, weshalb er sich in Bittbriefen an seinen Logenbruder Michael Puchberg wandte. Zitate hieraus finden im ersten Satz der 39. Sinfonie eine Entsprechung, so in der Adagio-Einleitung, die – geführt von der Pauke – wie eine Einladung beginnt: „Kommen Sie doch zu mir und besuchen Sie mich; […] ich habe in den 10 Tagen daß ich hier wohne mehr gearbeitet als in andern Logis in 2 Monat.” Danach scheint es, als würden die Elemente der Einleitung ziellos durcheinandertreiben: „und kämen mir nicht so oft so schwarze Gedanken (die ich nur mit Gewalt ausschlagen muß) würde es mir noch besser von Statten gehen.” Nach schrillen Dissonanzen siegt die Melancholie, in die schließlich der Allegro-Hauptteil einstimmt – mit Themen, die sempre piano voll schwarzer Gedanken daherkommen, bis diese schließlich von den kämpferischen Tutti „mit Gewalt ausgeschlagen” werden. Das Andante con moto, formal ein Rondo, suggeriert einen schreitenden Reigen, der kurz vor Schluss nach einer lang gezogenen Melodie der Violinen in einen Akkord von „unaussprechlichem” Schmerz mündet. Die von E.T.A. Hoffmann 1810 verfasste Deutung der Sinfonie trifft ganz besonders auf den zweiten Satz zu, wenn es heißt: „In die Tiefen des Geisterreichs führt uns Mozart. Furcht umfängt uns: aber ohne Marter ist sie mehr Ahnung des Unendlichen. Liebe und Wehmut tönen in holden Stimmen, die Nacht der Geisterwelt geht auf in hellem Purpurschimmer, und in unaussprechlicher Sehnsucht ziehen wir den Gestalten nach, die freundlich uns in ihre Reihen winken.” Das Menuett klingt alles andere als höfisch, sondern geriert sich ganz direkt und derb. Das Trio setzt hierzu als volkstümlicher Ländler mit schelmischen Echoeffekten einen humorvollen Kontrast. Das stürmische, ungestüme Allegro-Finale erinnert an ein Perpetuum mobile. Fanfarenartige Motive und Floskeln sowie das „Wirbelmotiv” peitschen die Streicher über die Saiten. Überraschend ist das Satzende: zweimalige Wiederholung des Wirbelmotivs im Es-Dur-Unisono-Forte mit anschließender Generalpause. Das ist fast so, als würde Mozart am Schluss von außen die Tür zuschmeißen. Mathias Husmann merkt hierzu treffend an: „Dieser abschnappende Schluss gefiel nicht allen, aber das interessierte Mozart nicht mehr – zu seinen Lebzeiten war die Sinfonie nie erklungen; wir aber dürfen uns einen Fußtritt von Mozart gern gefallen lassen!” Quellen:Husmann, Mathias www.concerti.de, de.wikipedia.org
Serenade #1 (Brahms)
Johannes Brahms Serenade Nr. 1 D-Dur op. 11 1. Allegro molto 2. Scherzo. Allegro ma non troppo 3. Adagio ma non troppo 4. Menuetto l – Menuetto II 5. Scherzo. Allegro. Rondo. Allegro Die „Serenade Nr. 1 D-Dur op. 11” ist das Resultat eingehender Beschäftigung von Johannes Brahms mit Serenaden Mozarts und Sinfonien Haydns. Trotz der engen Beziehungen zu solch früheren Vorläufern (Hauptthema und Bordunquinten des Kopfsatzes erinnern deutlich an Joseph Haydns letzte „Londoner Symphonie” in der gleichen Tonart) war es Brahms durchaus bewusst, dass diese Komposition etwas Neues in der Musikgeschichte darstellte. Der befreundete Geiger Joseph Joachim bezeichnete sie in Hinblick auf seine Dimensionen und beeindruckende Faktur zu Recht als eine „Symphonie-Serenade”. Die Aufführungsdauer des sechssätzigen, von heiterer Grundstimmung geprägten Werkes beträgt etwa 45 Minuten, wobei die ersten drei Sätze teils durchaus sinfonische Züge aufweisen, während die Sätze 4-6 eher serenadentypisch angelegt sind. Die Uraufführung erklang 1859 allerdings noch in Besetzung eines Nonetts mit einer Flöte, zwei Klarinetten, einem Horn, einem Fagott sowie Streichern. Quellen: repertoire-explorer.musikmph.de, www.rondomagazin.de