Felix Mendelssohn Bartholdy
„Die Hebriden“ – Konzertouvertüre h-Moll op. 26

Allegro moderato – Animato
Einsätzige Konzertouvertüre

Während einer Schottlandreise im Sommer 1829 besuchte der zwanzigjährige Felix Mendelssohn Bartholdy die Hebriden vor der schottischen Westküste. Die raue Insellandschaft inspirierte ihn zu einer Konzertouvertüre, deren erste musikalische Skizze bereits während der Reise entstand. In den folgenden Jahren überarbeitete er das Werk mehrfach, bevor es 1832 in London uraufgeführt wurde.

Schon die ersten Takte lassen das Auf und Ab der Meereswellen erahnen. Aus einem ruhig bewegten Motiv entwickelt Mendelssohn eine eindrucksvolle Klanglandschaft mit weit gespannten Melodien, geheimnisvollen Stimmungen und dramatischen Steigerungen. Wechselnde Klangfarben und dynamische Kontraste vermitteln den Eindruck von Wind, Wellen und der unberechenbaren Kraft des Meeres.

Die auch als „Fingalshöhle“ bekannte Ouvertüre gilt als herausragendes Beispiel romantischer Naturdarstellung in der Musik. Ohne eine konkrete Handlung zu schildern, verwandelt Mendelssohn seine Landschaftseindrücke in ein eigenständiges Orchesterwerk. Damit gehört die Komposition zu den bedeutendsten Konzertouvertüren des 19. Jahrhunderts.

Erste Skizze: 7. August 1829, Tobermory auf der Insel Mull
Entstehung: 1829–1830, später mehrfach überarbeitet
Uraufführung: 14. Mai 1832, London, Philharmonic Society
Werkverzeichnis: MWV P 7
Spieldauer: ca. 10 Minuten

Detail am Rande: die berühmte Fingalshöhle auf der Insel Staffa gab der Ouvertüre ihren zweiten Namen. Doch Mendelssohn hatte die ersten Takte bereits niedergeschrieben, bevor er die Höhle überhaupt besuchte. Die anschließende Bootsfahrt bekam ihm ausgesprochen schlecht: Der junge Komponist wurde seekrank.

Jahresabschluss 2024

Reitstadel Neumarkt, 28.12.2024

Dorian Keilhack

Dirigent
Albrecht Dürer Symphoniker e.V.