Camille Saint-Saëns
Cellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33
1. Allegro non troppo
2. Allegretto con moto
3. Tempo I
Camille Saint-Saëns Cellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33 beginnt ungewöhnlich theatralisch: Nach einem Tutti-Akkord des Orchesters präsentiert der Solist sogleich das Hauptthema des ersten Satzes, eine Linie bravourös herabstürzender Triolen. Der Komponist verzichtet damit auf die traditionelle Orchestereinleitung und fällt sozusagen mit der Tür ins Haus, gemäß seiner Maxime „Das Solokonzert muss wie eine dramatische Rolle angelegt und behandelt werden.”
Von außen betrachtet besteht das Werk nur aus einem einzigen Satz, was einen Kritiker nach der Uraufführung 1873 dazu veranlasste, es als Konzertstück zu betiteln, völlig übersehend, dass die Binnenstruktur sehr wohl dreisätzig angelegt ist. Das Seitenthema des ersten Satzes fungiert dabei als Ruhepol. In langen großen Linien lässt Saint-Saëns das Cello hier schwelgen.
Im Zentrum der Komposition steht jedoch ein menuettartiges, tänzerisches Allegretto, das wie aus der Zeit gefallen scheint. Der Solist begleitet zunächst mit einer kantablen Linie die Streicher, die in hoher Lage und mit Dämpfer anmutig das neue Thema vorstellen. Im weiteren Verlauf des Satzes werden die Rollen immer getauscht, so dass ein konzertantes Wechselspiel zwischen Solist und Orchester entsteht.
Der dritte Teil ist mit Un peu moins vite überschrieben, was soviel heißt wie „etwas langsamer”. Das Thema dieses Satzes trägt fast schon opernhafte Züge: in dramatischem Ausdruck lamentiert das Cello über breiten Seufzern in den Streichern, bevor in der Coda abermals ein neues Thema eingeführt wird.
Obwohl Saint-Saëns mit diesem Cellokonzert weder die instrumentale Norm noch den französischen Zeitgeist traf, wurde die Uraufführung im Pariser Conservatoire ein voller Erfolg.
Quellen:
NDR-Podcast „Klassik to go”
Harenberg Konzertführer