Georges Boulanger
Die lustige Puppe (The Funny Doll) – Intermezzo

Einsätziges Charakterstück
in freier, kontrastreicher Anlage.

Georges Boulangers „Die lustige Puppe“ entstand spätestens Anfang der 1930er-Jahre und gehört zur Tradition der Salonmusik, die zwischen den Weltkriegen in Konzertsälen, Cafés und im Rundfunk außerordentlich beliebt war. Der rumänische Geigenvirtuose, Dirigent und Komponist Boulanger verstand es, eingängige Melodien mit spielerischen Effekten zu verbinden. Das kurze Intermezzo wurde in unterschiedlichen Besetzungen verbreitet.

Das Stück zeichnet ein heiteres musikalisches Charakterbild. Eine bewegliche, tänzerisch wirkende Melodie vermittelt den Eindruck einer munter umherspringenden Puppe. Kurze musikalische Gesten, rhythmische Akzente und lebhafte Wechsel prägen den spielerischen Charakter. Dabei steht weniger die Entwicklung großer musikalischer Gedanken als vielmehr die unmittelbare Wirkung von Melodie, Rhythmus und instrumentaler Klangfarbe im Mittelpunkt.

„Die lustige Puppe“ steht beispielhaft für jene Unterhaltungsmusik, die klassische Spieltechniken mit volkstümlicher Eingängigkeit verbindet. Das Intermezzo ist zugleich ein Zeugnis einer heute weitgehend verschwundenen Konzertkultur, in der virtuose Salonstücke selbstverständlich neben anspruchsvolleren Orchesterwerken erklangen.

Entstehungsjahr: spätestens 1934
Gattung: Intermezzo, musikalisches Charakterstück
Spieldauer: etwa 3 Minuten, je nach Bearbeitung
Uraufführung: nicht zuverlässig dokumentiert

Detail am Rande: Georges Boulanger gehörte zu den Musikern, die ihre eigenen Kompositionen auf Schallplatte verewigten. „Die lustige Puppe“ spielte er bereits 1934 mit seinem Orchester für Telefunken ein. Zwei Jahre später entstand eine weitere Aufnahme für Odeon. So lässt sich das kleine Charakterstück noch heute in der Interpretation seines Schöpfers kennenlernen.

Frühlingskonzert 2025

Maria-Ward-Schule Nürnberg, 23.03.2025

Anna Etsuko Tsuri

Dirigentin
Albrecht Dürer Symphoniker e.V.