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Wolfgang Amadeus Mozart
Symphonie Nr. 36 „Linzer” KV 425

1. Adagio – Allegro spiritoso
2. Poco Adagio
3. Menuetto
4. Finale. Presto

An keiner einzigen Stelle merkt man Wolfgang Amadeus Mozarts „Linzer Symphonie“ an, dass sie unter Zeitdruck in nur vier Tagen entstanden ist – und schon gar nicht hat Mozart zu bewährten Mustern aus der Routinekiste gegriffen. Vielmehr verwendete er Themen aus seinem Skizzenbuch, die aus den Symphonie-Einleitungen seines Vorbilds Joseph Haydn stammten.

Einfach kopieren war aber natürlich nicht seins. Denn die Einleitung der „Linzer Symphonie”, die am 4. November 1783 uraufgeführt wurde, ist so einzigartig in ihrer majestätischen Langsamkeit – so weit war Joseph Haydn damals in seinem Schaffen noch nicht gekommen. Dessen Duktus war auch ein ganz anderer: bescheiden und einfach, während Mozart für das Adagio die große Bühne wählte, um den ersten Takten des ersten Satzes majestätisches Gewicht zu verleihen.

Im zweiten Satz herrscht vordergründig Heile-Welt-Stimmung in F-Dur und wiegendem Rhythmus. Ungewöhnlich ist jedoch, dass Mozart die Trompeten und Pauken im Andante nicht pausieren lässt, sondern durch sie bedrohliche harmonische Eintrübungen aufleben lässt.

Das Menuett zieht harmlos, aber freundlich grazioso vorüber, bevor das finale Presto losrennt – ohne Rücksicht auf Verluste nimmt es jede kontrapunktische Kunstfertigkeit mit und ist einfach ein Triumph über jede Art von Missbilligung.

Die „Linzer“ zählt bereits zu Mozarts letzten Symphonien – nur noch fünf weitere folgten. Stilistisch ist hier schon vieles angedeutet und sogar ausgereift, was dann sein Spätwerk ausmachen wird, insbesondere im Finalsatz: „Hier wird eine riesige Architektur entworfen, um alles Material zusammenzuführen”, wie der Dirigent Ivor Bolton treffend anmerkt.

Quellen:
BR Klassik Podcast „Das starke Stück –
    Musiker erklären Meisterwerke”, Oktober 2017
SWR – Musikstück der Woche 0/12 2010
Magazin – Konzerthaus Berlin „Etwas Neues
    über Mozart” 13/04/2024 Digitales Programmheft

 

Herbstkonzert 2025

Burgthann/Erlangen-Bruck, 25./26.10.2025

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Étienne Lemieux-Després

Dirigent

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Albrecht Dürer Symphoniker e.V.